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Verschiedenheit als Erfolgsrezept

PRESSEMITTEILUNG

Im Grunde genommen ist es ein Armutszeugnis, dass es in Deutschland im Jahr 2015 eine Charta der Vielfalt gibt. Wer sich in den Städten und Unternehmen der Republik umschaut, stellt rasch fest, wie verschiedene Menschen aus unterschiedlichen Nationen mehr oder weniger gut zusammenleben und –arbeiten. Das gilt erst recht für die Stadt Heilbronn mit einem besonders hohen Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund.

Warum also treten 39 Unternehmen und Institutionen aus der Region der Charta der Vielfalt bei, die es seit 2006 gibt und 2100 Unterzeichner hat? Warum kommt die baden-württembergische Integrationsministerin Bilkay Öney am bundesweiten Diversity-Tag in die Innovationsfabrik Heilbronn, um die Bedeutung der Charta herauszustellen?

Weil es in Wirtschaft und Gesellschaft trotz der beschriebenen Vielfalt noch immer Vorurteile und Vorbehate gegenüber Menschen gibt, die von der Norm – oder dem, was manche dafür halten – abweichen. Diesen Menschen wollen die Unterzeichner der Charta nicht nur ihre Wertschätzung entgegenbringen, sondern ein Arbeitsumfeld schaffen, das frei von Vorurteilen ist. Es geht bei der Vielfalt also nicht nur um die Nationalität, sondern auch um Religion, Weltanschauung, Geschlecht, sexuelle Orientierung oder Behinderung.

Die Unternehmen, die der unverbindlichen Charta der Vielfalt beitreten, tun das freilich nicht nur aus ethischen Gründen, sondern versprechen sich davon wirtschaftliche Vorteile. Das gibt Werner Ollechowitz, Bereichsleiter Personal der Bausparkasse Schwäbisch Hall, die seit 2012 Charta-Mitglied ist, offen zu. Die Bausparkasse versucht seit vielen Jahren, die unterschiedlichen Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter zu befriedigen – mehr als 60 verschiedene Arbeitsmodelle, ein betriebseigener Kindergarten und ein Seniorenstift sowie eine Schwerbehindertenquote von sieben Prozent sind Beispiele dafür.

Für Ollechowitz steht fest, dass die Unternehmen in der Region künftig viel mehr Wert auf Diversität und Flexibilität legen müssen, um Fachkräfte zu gewinnen und zu halten.

Auch für Heilbronns Oberbürgermeister Harry Mergel ist „interkulturelle Kompetenz die Grundlage des Erfolgs“. In Heilbronn, wo 140 Nationalitäten vertreten seien, müsse Integration, Inklusion und Teilhabe gelingen. „Die Vielfalt in unserer Stadt ist keine Last – sondern eine Chance“, so Mergel. Bilkay Öney sieht das genauso: „Vielfalt ist ein Gewinn für alle“, betont die baden-württembergische Integrationsministerin.

Sie lobt das Welcome Center Heilbronn-Franken als „wichtigen Impulsgeber“ und „echtes Aushängeschild“.

© Heilbronner Stimme

www.charta-der-vielfalt.de

Integrationsministerin Bilkay Öney mit Geschäftsführerin Martina Wieland